Tanz: Sibylline
In Guadeloupe leiten Sprichwörter die Gespräche durch ihre eindrucksvolle Bildkraft und verkörpern eine sensible Lebensweise, die Welt durch Bild und Poesie zu erfahren.
Sibylline, eine neue choreografische Kreation für neun Darsteller, schöpft aus dem guadeloupischen Erbe von Léo Lérus und stützt sich auf dieses „lebendige Fundament“, das sich ständig wandelt.
Das kreolische Sprichwort „Pawòl anba fèy pa ka pèd“ („Worte unter den Blättern gehen nicht verloren“) leitet diese Erkundung. Es steht für Vertrauen, Geduld und Kontinuität und suggeriert, dass Worte, selbst wenn sie geflüstert oder verborgen sind, im kollektiven Gedächtnis wie Samen unter Blättern weiterleben und zum Keimen bereit sind.
Erbschaften verschwinden nicht: Sie entwickeln sich weiter, verwandeln sich und passen sich der Gegenwart an.
In dieser Dynamik bewegt sich Sibylline zwischen zeitgenössischem Tanz und kreolischen Wurzeln.
Das Stück lässt Erinnerungen an Gwoka und Léwòz erklingen, tief verwurzelt in der Geschichte und den Traditionen der Karibik, die durch die Texte der Slam-Poetin Dory Sélèsprika bereichert werden.
Unter den Blättern taucht keine erstarrte Vergangenheit auf, sondern ein Feld voller Möglichkeiten, das vor Energie und Bewegung pulsiert.
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