Ritter mit der eisernen Hand
Im 16. Jahrhundert war der Ritter Hans von Mittelhausen, Amtmann von Balbronn, in den Bauernkrieg verwickelt. Berichten zufolge verlor er im Kampf seinen linken Arm, vermutlich durch eine Axt oder eine Sense. 1908 wurden bei Arbeiten im Chor der Kirche von Balbronn seine und die Grabstätte seiner Frau entdeckt. Dabei fand man eine außergewöhnliche Prothese, die noch am Arm des Ritters befestigt war. Dieses Meisterwerk mittelalterlicher Handwerkskunst ermöglichte es ihm unter anderem, die Zügel seines Pferdes zu halten. Das Original dieser Prothese wird heute im Historischen Museum Straßburg aufbewahrt, während eine Kopie in Balbronn ausgestellt ist. Das Objekt wurde oberhalb des Ellbogens mit Lederriemen befestigt. Eine Achse ersetzte das natürliche Gelenk, sodass der Unterarm gebeugt werden konnte, und Schrauben ermöglichten das Einstellen des Öffnens und Schließens der Finger.